A.S.H. Pelikan

(* 1953 in Zinse, Kreis Wittgenstein) ist ein deutscher Musiker, Songwriter, Gitarrenlehrer und Schriftsteller. Pelikan gilt als einer der erfolglosesten Duisburger Autoren und Liedermacher der letzten 40 Jahre. Weltweit hat er 984 Bücher und 650 CDs verkauft.
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Diese Webseite wurde als Idee im Jahr 2000 geboren (nachdem ich meinen ersten Computer mit Internetzugang bekommen hatte) und sollte ursprünglich nur das Beste meiner literarischen Bemühungen von 1971 bis zur Gegenwart präsentieren. Also ließ ich mir den Domain-Namen dafür sichern … und dann geschah lange Zeit nichts mehr.

Bis ich 2009 und 2010 in meinem zweiten und dritten CD-Booklet den Satz stehen hatte, daß die Songtexte unter www.ashpelikan.de einzusehen wären. Da die Seite damals aber immer noch nicht existierte, dachte ich, das jetzt baldmöglichst mal ändern zu sollen und fragte meinen Bookletdesigner Mani Wollner, wer denn eigentlich seine Seite eingerichtet habe. Antwort: er selber – und 48 Stunden später war die erste pelikanesische Homepageversion mit vorerst nur 20 Songtexten dann bereits online. Und seitdem hat sich diese Webseite einfach weiterentwickelt zu etwas, das mit dem ursprünglichen 2000er-Plan überhaupt nichts mehr zu tun hat. So kann’s gehen…

Hinweis: Alle Fotos sind durch Anklicken vergrößerbar.


Ein bisher unveröffentlichter Pelikan-Song

11. April 2017

Im November 2012 hatte ich vorgehabt, mein 40-Jahre-Bühnenjubiläum mit einem Konzert zu feiern, das vor allem durch Gastmusiker zu etwas Besonderem werden sollte. Leider hatte ich mich bei der Generalprobe [um meine Gesangskollegen zu beeindrucken oder so] aber ziemlich ins Zeug gelegt und [bin halt nie ein Profi gewesen] dermaßen überanstrengt, daß eine Stimmbandüberdehnung die Folge war und der Auftritt deshalb abgesagt werden mußte, da ich am entscheidenden Tag weder singen noch richtig sprechen konnte. Das Konzert wurde ein halbes Jahr später zwar nachgeholt, doch entsprach es nun nicht mehr dem 40-Jahre-danach-Termin, so daß die neuen Plakate deshalb mein “40,5-Jahre-Bühnenjubiläum” ankündigten.

Und im Nachhinein fand ich die 40,5 auch viel interessanter als diese langweilige glatte 40, was mich dann auf die Idee brachte, in Zukunft auch noch weitere 40,5-Jahre-Jubiläen begehen zu können. Und heute ist das erste davon dran.

Vor auf den Tag genau 40,5 Jahren hat in Rammis Zimmer bei dessen Eltern in Duisburg Marxloh meine erste große Aufnahmesession mit eigenen Liedern stattgefunden. Mikrophone und Bandmaschine hatten wir vom Eschhaus entliehen, und so machten wir uns an die Arbeit und nahmen am 11. und 12. Oktober 1976 insgesamt sechzehn Lieder auf. Weil Bandmaterial damals aber [zumindest für uns beide, die wir - mit 22 und 21 Jahren - noch über kein regelmäßiges Einkommen verfügten] recht teuer war, hatten wir nur ein einziges Tonband zur Verfügung, so daß wir sparsam mit dessen Platz umgehen mußten und uns keine “Alternate Takes” leisten konnten. Nach jeder Aufnahme wurde sogleich entschieden, ob diese Version gut genug war oder im nächsten Versuch überspielt (und unwiederbringlich gelöscht) werden würde.

Von den sechzehn “Live in Rammi’s Room”-Songs haben es acht schließlich auf meine 2009 erschienene Doppel-CD “The Wizard of OTZ” geschafft, und ein weiteres Lied von dieser Session wird zur Feier des Tages ab sofort auch hier noch zu hören sein.

Real Good Mama” habe ich im Mai 1974 geschrieben, und zwar als Geburtstagsgeschenk für meine Mutter – weil mir nichts Besseres eingefallen war und ich für andere Geschenke sowieso keine Knete hatte. Der Text ist allerdings ziemlich banal [1. Strophe: "Mutter find' ich gut." / 2. Strophe: "Morgen wird sie 52." / 3. Strophe: "Im nächsten Jahr dann 53."], was vermutlich auch den Ausschlag dafür gegeben hat, dieses Stück nicht auf die Wizard-CD zu packen. Aber so kann ich euch heute wenigstens noch eine bislang unveröffentlichte Pelikan-Aufnahme präsentieren:

 

real-good-mama.mp3

 

P.S.: Die “Live in Rammi’s Room”-Session ist allerdings nicht die früheste Sammlung von Pelikan-Songs gewesen. In den 70er Jahren bin ich mit dem Duisburger Gitarristen Pete Eckardt befreundet gewesen, der ein Tonbandgerät besaß und mich, jedesmal wenn ich ihn besuchte, dazu anhielt, auch kurz meine neuesten Lieder vorzutragen, um sie bei der Gelegenheit (vor allem in den Jahren 1972 und ’73) gleich mitzuschneiden. Im Booklet meiner Wizard-of-OTZ-CD wurde dann mitgeteilt, daß Petes Mutter dieses Tonband später mal weggeschmissen habe – was ich aber wohl falsch in Erinnerung hatte, da er mich kürzlich darüber in Kenntnis setzte, daß er das Band irgendwann mal verliehen und der neue Besitzer dieses dann verschlampt hätte. Also: Petes Mama war unschuldig! Was uns diese (zumindest historisch gesehen) hochinteressanten frühen Pelikan-Aufnahmen allerdings auch nicht zurückzubringen vermag. Aber egal, weil ich damals ohnehin noch nicht auf der Höhe meiner späteren Liederschreibkunst [die bei Real Good Mama übrigens auch noch auf sich hat warten lassen] gewesen bin.

P.P.S.: Und übermorgen fahre ich zum Rammi. Und was haben wir da vor? Na klar: Aufnahmen machen. Und zwar für die Bonus-CD meines neuen Songbook-Projekts.


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LG

In den letzten Jahren hat sich die wahrscheinlich zuerst für SMS-Nachrichten benutzte Abkürzung LG auch auf den Bereich der E-Mails ausgeweitet, so daß selbst ich mich [ich habe kein Handy] irgendwann mal fragen mußte, was das denn wohl bedeuten solle. Ich bin schließlich auf “Liebe Grüße” gekommen, und das vermute ich auch heute noch.

Allerdings war ich gar nicht so froh darüber, wenn eine E-Mail an mich mit LG endete, da mich das vor allem irritierte. Für mich als ehemaligem Perry-Rhodan-Leser steht LG nämlich seit einem halben Jahrhundert schon für etwas ganz anderes: Lichtgeschwindigkeit. Und diese Erklärung ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen, daß ich mich bis heute nicht an die e-mailische Bedeutungsalternative gewöhnen konnte.

Im Dezember 2015 habe ich meinem Freund Kalle Burandt dann diesbezüglich mal mein Leid geklagt, woraufhin er seine nächste E-Mail an mich prompt mit “Lichtgeschwindigkeit” abschloß. Und das brachte mich auf die Idee, in unserem E-Mailwechsel vielleicht auch andere Ursprungsbedeutungen für die Abkürzung LG finden zu dürfen, und so begannen wir am 1. Januar 2016 mit ganz neuartigen Liebe-Grüße-aber-anders-Formeln.

Hier meine Lieblingsbegriffe der letzten 14 Monate:

Lady Gaga
Ludwig Götz
Loriots Gesellenstück
Lachende Großtanten
Lästige Grillen
Lahmarschige Grashüpfer
Lesende Glasgower
Leichtfüßige Grazien
Lindgrens Geschwister
Lennons Geheimnis
Lichtlose Gänge
Loses Gerümpel
Linksdrehende Gewinde
Lauwarmes Gemüse
Läutende Glocken
Langfristige Geldanlagen
Lebenslange Garantie
Lateinisches Grundvokabular
Ledergebundene Gesamtausgaben
Lasches Gekicke
Libudas Gewaltschuß
Löws Gelassenheit
Liverpool gewinnt
Lärmende Gegengerade
Lukrative Gegner
Leichtsinnige Ganoven
Linke Geraden
Liechtensteiner Geheimdienst
Lesbische Gemeindeschwestern
Lachgasgeschädigte Gasometerableser
Linkische Gigolos
Letzte Gelegenheit
Lapislazuli gefunden
Leberwurst gekauft
Luftdruck gefallen

In diesem Sinne: Leistung gebracht


Harald Lesch ist ein kluger Mann

Thematisch passend zum unten stehenden Dokumentarfilm-Tip …

… möchte ich auch noch Reklame für einen im November 2016 auf einer Agrarkonferenz gehaltenen Vortrag von Professor Harald Lesch (“Alpha Centauri” / “Frag den Lesch” etc.) machen.

Ein 10minütiger Ausschnitt:
https://youtu.be/RgIj6XLANtE

Der gesamte 20minütige Vortrag:
https://youtu.be/phoGnOY9jwA


Dokumentarfilm-Tip: Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

Kennt ihr den?

Treffen sich zwei Planeten.
- Na, wie geht’s?
- Oh, nicht so gut. Ich hab Homo sapiens.
- Mach dir nichts draus. Das geht vorbei.

-  -  -

Und wie jeder vernünftige Mensch weiß, sind wir ja auf dem besten Wege dazu, diese makabre Pointe Wirklichkeit werden zu lassen.

Aber gibt es nicht auch Auswege aus dieser Abwärtsspirale?

“Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen” ist ein französischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2015, der dieser Frage nachgeht und einige konkrete Möglichkeiten des Entgegensteuerns vorstellt.

 

Jeder, der bisher der Meinung war, als einzelner ohnehin nichts zur Rettung der Welt beitragen zu können, sollte sich diesen Film ansehen.


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Januar 2017

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Pelikan, Müll, Pink Floyd und John Cleese

1993 kaufte ich mir eine Box mit sieben Pink Floyd-CDs, die im Vorjahr zur Feier des 25-jährigen Bandbestehens herausgebracht worden war. Enthalten war außerdem noch ein Buch mit Songtexten, Platteninfos und einer Zeittafel. Und diese exakt 25 Jahre umspannende Zeittafel listete natürlich Pink Floyd-Ereignisse auf … sowie noch sonstiges aus der großen Welt des Pop und der Politik. Das fand ich aber schon sehr überheblich [Israel gewinnt 6-Tage-Krieg / Erster Pink Floyd-Auftritt im Powis Square / Rassenkrawalle in Detroit usw.] und glaubte (überheblicherweise), mit mehr Humor und mehr Selbstironie etwas Besseres hinbekommen zu können.

Im darauffolgenden Jahr entwickelte ich die Idee zu einem autobiographischen Buchprojekt (“Portät des Künstlers als komischer Vogel”) und beschloß, es mit einer Pink-Floyd-ähnlichen Zeittafel beginnen zu lassen, und so setzte ich mich hin und erstellte meine eigene “Pelikan & The Rest of The World“-Chronik.

Das Buch wurde gegen Ende der 90er Jahre nach mehrjähriger Arbeit daran zwar wieder aufgegeben, doch hat die Zeittafel überdauert und ist 2010 zum ersten Menüpunkt der pelikanesischen “Listen” auf meiner damals gerade frisch eröffneten Webseite geworden. Und neben normalen Aktualisierungen (wenn in meinem Leben halt wieder mal was “Erwähnenswertes” passiert ist) habe ich manchmal auch noch Sachen nachzutragen, wie folgende gestern zufällig in mein Blickfeld geratenen Ereignisse zum Beispiel:

2005 – John Cleese bezeichnet Palmerston North als Selbstmord-Hauptstadt Neuseelands.

2007 – Palmerston North benennt eine Müll-Deponie nach John Cleese.

Und was ich sonst noch alles für mitteilenswert erachtet habe, läßt sich hier begutachten.


Meine Lieblingsbücher 2016

Ich bin schon immer eine große Leseratte gewesen, die vor etwas über einem halben Jahrhundert mit Astrid Lindgren, Jim Knopf und Karl May und so begonnen hat. Rund 10 Jahre später bekam ich von Mutter mal Geld, um mir neue Stiefel zu kaufen, weil meine alten schon ziemlich aus dem Leim waren. Ich fand allerdings, daß sie noch gut eine Saison durchhalten würden, so daß ich von dem Einkaufstrip nicht mit Stiefeln sondern mit einem halben Dutzend Romanen von nordamerikanischen Literaturnobelpreisträgern zurückkehrte, was den Beginn meiner lebenslangen Liebe zu Hemingway, Faulkner und Steinbeck markierte.

1977 hatte ich – zuerst im Eschhaus, und ab 1984 an der Volkshochschule – mit Gitarrenunterrichtgeben begonnen und mir von dem Honorar vor allem Bücher gekauft, so daß ich seitdem nie wieder ohne noch mindestens ein nicht gelesenes Buch zuhause zu haben auskommen mußte. Meine bevorzugte Lesezeit ist bis zum Ende der 80er Jahre die Nacht gewesen, häufig bis 3 oder 4 Uhr morgens, und ich hatte es mir damals seltsamerweise zur Pflichtaufgabe gemacht, alle begonnenen Bücher auch zu Ende zu lesen und es in meinen besten Zeiten auf rund 100 Bücher im Jahr gebracht.

In den 90ern hatte ich meine Abende dann meistens mit Saufen vergeudet – da ging natürlich nicht mehr viel mit Lesen -, und im neuen Jahrhundert, als ich endlich wieder trocken war, habe ich (weil ich nachts einfach nicht mehr genügend Konzentration besaß) die morgendliche Zeitungslektüre [standen eh meist nur schlechte Nachrichten drin!] dann komplett durch Belletristik ersetzt. Und so halte ich es auch heute noch: aufstehen, Tee machen, ins Bett legen und lesen, einen zweiten Tee machen und weiterlesen, bevor ich nach einer erfrischenden Lesestunde endlich meinen Arbeitstag beginne.

Auf 100 Bücher im Jahr komme ich bei diesem relativ geringen Zeitaufwand allerdings nicht mehr, doch sind es 2016 immerhin noch 40 komplett gelesene Bücher gewesen, und 17 weitere habe ich [nach 30 bis 338 Seiten] wieder beiseite gelegt. “Ich habe einfach nicht mehr die Zeit, Bücher auszulesen, die mir nur bedingt gefallen” hat Elke Heidenreich sinngemäß mal vor einigen Jahren gesagt, bevor sie fortfuhr: “und auch keine Zeit mehr, mit Leuten zu reden, die mich nicht besonders interessieren.” Eine sehr vernünftige Einstellung, wie ich finde.

Unter den 40 im vergangenen Jahr gelesenen Büchern sind auch ein paar wenige gewesen, die ich mehr als nur gut fand, die mich während der Lektüre regelrecht begeistert haben und die ich nachfolgend kurz vorstellen möchte. – Die erklärenden Texte dazu sind meiner großen Bücher-Tip-Seite entnommen.


Zum erstenmal gelesen
:

Emma Donoghue, “Raum”
xx[Roman, 2010 unter dem Titel "Room" veröffentlicht, seit 2011 in deutscher Übersetzung von Armin Gontermann vorliegend, 410 Seiten]
xxDer Ich-Erzähler dieses sprachlich ungewöhnlichen Romans ist ein fünfjähriger Junge mit natürlich noch recht simpler Ausdrucksweise, der seit seiner Geburt mit seiner Mutter in einem 14 Quadratmeter großen Raum lebt und diesen für die ganze Welt hält. Bis ihm seine Mutter eines Tages erklärt, daß es noch ein riesengroßes Draußen gibt und sie beide hier gefangengehalten werden. Und dann wird ein Fluchtplan geschmiedet…


John Williams, “Butcher’s Crossing”

xx[Roman, 1960 veröffentlicht, seit 2015 in der Übersetzung von Bernhard Robben endlich auch auf deutsch vorliegend, 365 Seiten]
xxNordamerika 1870. Ein studierter junger Mann aus Boston kommt nach Butcher’s Crossing, einen kleinen Ort am Rande der Zivilisation, um die wahre Natur des Westens kennenzulernen und schließt sich dort ein paar Büffeljägern an. // Ein realistischer “Western”, in dem allerdings weder Indianer noch Schießereien vorkommen.


Bruce Springsteen, “Born to Run”

xx[Autobiographie aus dem Jahr 2016, in deutscher Übersetzung von Teja Schwaner, Daniel Müller, Alexander Wagner und Urban Hofstetter vorliegend, 666 Seiten]

  • Die meisten selbstgeschriebenen oder mit Ghostwriterhilfe verfaßten Rockmusikererinnerungen finde ich (mit Ausnahme der Pete Townshendschen) ziemlich langweilig. Egal ob die von Eric Clapton, Keith Richards, Steven Tyler, Ozzy Osbourne und so weiter: Die ersten Jahre vor dem Musikmachen werden eher uninspiriert geschildert, und nach dem großen Ruhm werden dann jede Menge Alkohol- und Drogenexzesse sowie Star-Anekdoten zum besten gegeben, die dem bislang bekannten Porträt des Autors aber kaum neue Aspekte hinzuzufügen vermögen.
  • Das ist in diesem Buch anders, unter anderem auch deshalb, weil Springsteen so gut wie nie etwas mit Alkohol und Drogen zu tun gehabt hat (er hatte es nicht als lohnenswert erachtet). Und gleich schon die ersten Kapitel über seine Vorfahren und seine Welt als Kind und Jugendlicher haben mich davon überzeugt, es auch beim Buchautor Springsteen mit einem hervorragenden Geschichtenerzähler zu tun zu haben, der ganz genau weiß, was er tut … und deshalb natürlich auch keinen Ghostwriter benötig.
  • Ich bin vorher kein großer Springsteen-Fan gewesen, was sich während der Lektüre dieses Buches jedoch ein wenig geändert hat, da ich eine Menge Respekt vor dem Menschen und Künstler Bruce Springsteen bekommen habe, der mir tiefe Einblicke in seine Fühl- und Denkweise gestattet hat und für mich nun ein wirklich faßbarer Mensch geworden ist, während er vorher nur Der Boß war, das übliche imagetriefende Abbild eines Rockstars eben.


Wiedergelesen (zum 3. oder 4. Mal)
:

John Steinbeck, “Jenseits von Eden”
xx[Roman, 1952 unter dem Titel "East of Eden" veröffentlicht, seit 1953 in deutscher Übersetzung von Harry Kahn vorliegend, 572 Seiten]
xxWer nur den gleichnamigen Film mit James Dean kennt, kennt nur das letzte Viertel des Buches. // Der Romantitel bezieht sich auf eine Stelle aus der Bibel, und die Hauptthematik des Buches hat viel mit der Kain-und-Abel-Geschichte zu tun [deshalb auch die nur mit A und C beginnenden Vornamen der Protagonisten]. Erzählt wird [neben der Chronik der Hamiltons = Steinbecks Vorfahren] die Lebensgeschichte von Adam Trask [dem Vater der James-Dean-Figur] und dessen nicht immer ganz einfachen Beziehungen zu seinem Vater Cyrus, seiner Stiefmutter Alice, seinem Halbbruder Charles, seiner Frau Cathy und seinen Söhnen Aaron und Caleb. Die Handlung spielt überwiegend in Connecticut und Kalifornien der Jahre 1862–1918.


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Dezember 2016

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Sondermeldung (5)

“Pelikan ist der Beste” jauchzte seine Gitarrenschülerin Patrizia B. anläßlich einer Umfrage der OTZ [Obermarxloher Trivial Zeitung] zu Duisburger Lokalmatadoren im Oktober 2016, “dem kann keiner das Wasser reichen.”

Und so gern ich das auch glauben würde, hat OTZ-Fotograf Max Hollywood (der Sohn der Duisburger Musikerlegende Al Hollywood) mir mit nachfolgender Aufnahme leider doch gleich schon wieder allen Wind aus den Illusions-Segeln genommen.

Jazz-Drummer Birdy Steppuhn (rechts), Gitarrenlehrer Pelikan ganz locker das Wasser reichend.


Herbstanfang

Liebe Su,

heute ertappte ich mich um kurz nach 6 Uhr morgens [mein Wecker war wie immer auf 10:30 Uhr gestellt] im Halbschlaf dabei, daß ich einen bestimmten Gedanken zum Songbook im Kopf hatte, nämlich einen bisher nicht auf dem Plan stehenden Liedertext (Ready to Roll) anstelle eines anderen (Living in the City) einzusetzen, weil er dem Aspekt der Geschichte, die ich dazu erzählen wollte, näherkommt und eigentlich, obwohl er viel kürzer und viel simpler ist, als Text sogar stimmiger sein dürfte. Dann machte ich Licht, schrieb eine kurze Erinnerungsnotiz auf den für diese Fälle neben meinem Bett plazierten Zettelblock, konnte danach aber nicht wieder einschlafen und hörte erstmal 40 Minuten Musik über Kopfhörer.

Dann versuchte ich weiterzuschlafen, was mir aber auch jetzt noch nicht gelingen wollte, und so beschloß ich, mir den frühen Morgen und die erfrischend kühle Luft draußen (11°) mal näher anzusehen und anzuspüren und ging zum Frühstückzutaten einkaufen um 7:30 zu Penny. Und daß die Verkäuferinnen nicht vor Überraschung, mich um diese Tageszeit zu sehen, glatt aus den Latschen gekippt sind, kann ich immer noch nicht recht begreifen.

Zurück zu Hause – ziemlich müde – beschloß ich, zu frühstücken und dann erstmal an der mir im Halbschlaf gekommenen Idee weiterzuarbeiten. Mich nochmal hinlegen könnte ich später ja immer noch.

Und so geschah es. Und der Ready-to-Roll-Text ist nach eingehender Überprüfung jetzt ins Buch aufgenommen worden und soll im nächsten Jahr auch noch (mit Baß und Schlagzeug) für die Bonus-CD des Buches neu eingespielt werden.

Dann beschäftigte ich mich mit einem mir vor ein paar Tagen gekommenen Gedanken, über den ich bisher noch nicht entschieden hatte, nämlich ob ich ein bestimmtes Lied (On-the-Road-Friends) mit ins Buch aufnehmen sollte, weil ich kein anderes habe, welches mir sonst so gut das Stichwort liefert, um über meine Urlaubsreisen in den 70er Jahren berichten zu können: nach London, Paris und Amsterdam.

Und nachdem ich den Text gefunden hatte, versuchte ich, mich an die Melodie (geschrieben am 17. Januar 1975) zu erinnern und bekam das für die Strophen auch problemlos hin, und dann griff ich zur Gitarre. An die Melodie der Bridge konnte ich mich dagegen nur noch zu schätzungsweise 80 % erinnern und legte dann einfach neue 100 % fest. Und dann fing ich an, die Gitarrenbegleitung noch ein wenig zu arrangieren, und dann war es 11:30 Uhr und ich ging nochmal schlafen.

Zwei Stunden später war ich wieder wach, guckte erstmal, was der Tag noch gebracht hatte (ein Päckchen mit einem Briefwechselband von Astrid Lindgren), und dann nahm ich mir erneut die Bridge vor, arbeitete noch ein wenig an der Melodie und fügte auch dem Text noch vier, fünf Worte hinzu … und dann hatte ich ein weiteres Lied für meine Bonus-CD-Aufnahmesession in den Herbstferien beim Rammi fertig. Und um mein aktuelles Arrangement nicht zu vergessen, nahm ich das Ganze noch eben rasch mit einem einfachen Rekorder auf, und dann setzte ich mich hin, um diese Mail an dich zu schreiben.

Ich bin sehr glücklich, zwar etwas müde, aber das stört nicht weiter. In einer halben Stunde muß ich zum Gitarrenunterricht nach Rheinhausen, und ich freu mich drauf. Bisher war es ein ungewöhnlich abgelaufener, jedoch vom Gefühl und Ergebnis her perfekter Tag.

Künstlergrüße nach Jena von Pelikan


AUSZ ist noch nicht aus!

Ich hatte/habe 2 Duisburger Lieblingsbands. In den 2010er Jahren ist das “New Incident”, und in den 1970er Jahren war das “Ausz”. Seltsamerweise ist mir die große Parallele zwischen diesen Musikgruppen erst beim 2. oder 3. New-Incident-Konzert aufgefallen: daß improvisierte Passagen und sogar komplett improvisierte “Lieder” bei beiden Bands nämlich wesentliche Bestandteile ihres jeweiligen Programms (gewesen) sind. Und obwohl die jüngere Band mehr vom Jazz und die ältere mehr vom Rock beeinflußt worden ist, klingen einige Stellen so, daß sie auch von der jeweils anderen Band stammen könnten.

Und ist das nun Zufall, daß die jeweiligen Bandleader auch meine 2 (von 3) besten Freunde sind? Als da wären: Birdy Steppuhn, der Drummer von New Incident (seit mehr als 20 Jahren), und (seit mehr als 40 Jahren) Kalle Burandt, der Baßist von Ausz. [Und an dieser Stelle sei auch noch ein herzlicher Gruß an Jürgen in Regensburg gesandt.]

New Incident besteht seit 2011, und Ausz existierte von 1973 – ’77. UND AKTUELL ERNEUT WIEDER SEIT Mai 2016. Lediglich der in München lebende Gitarrist Peter Dietz ist heute nicht mehr dabei, so daß die aktuelle Ausz-Besetzung aus einem Baßisten (Kalle Burandt), Schlagzeuger (Lucky Ruhnau) und Saxophonisten (Martin Urrigshardt) besteht. Ohne Sänger.

Und ist es Zufall, daß die Instrumentierung von New Incident Baß (Ralf Wißdorf), Schlagzeug (Birdy Steppuhn) und Saxophon (Freddy Gertges) ist? Ebenfalls ohne Sänger.

Im Februar dieses Jahres trafen sich Kalle, Lucky und Martin (also ein dreiviertel Ausz) beim “Lucky Day” im Grammatikoff zum ersten Mal seit 3 Jahrzehnten oder so gemeinsam wieder, und das war dann der Initialfunke, der sich in den kommenden Wochen zum Reunionflächenbrand entwickelte. Kalle und Lucky leben nach wie vor in Duisburg, während Martin schon seit Jahrzehnten im Schwarzwald zuhause ist. Also dürften Proben dann doch recht schwierig sein, oder? Nicht für Ausz, denn dieses neue Ausz-Gefühl hat vor allem mit dem bereits in den 1970er Jahren geprägten Begriff AUSZ-ART zu tun, wozu eben nicht nur Musik gehört, sondern als neuestes Instrument der gemeinsamen Vielfalt die eigene Website. Aber natürlich steht Ausz auch heute noch für Musik. So spielte Kalle in seinem Wohnzimmer beispielsweise eine Baßspur auf Diktiergerät ein, Lucky schaltete das Handy in seinem Percussionkeller auf record, und Martin setzte das Ganze im schwarzwäldischen Tonstudio unter Hinzufügung von Saxophon- und Keyboardklängen zu einem neuen Ausz-Song zusammen. Und als Gast ist bei einem dieser neuen “Stücke” auch der Keyboarder Georg Mahr mal mit von der “Jeder für sich und alle für Ausz”-Partie gewesen.

Und ist es Zufall, daß New Incident auch gerne mit Gastmusikern arbeiten?

Die Ausz-Website hat allerdings nicht nur aktuelle Auszmusik, sondern auch noch 53 klassische Auszklangminuten aus dem Jahr 1977 zu bieten.

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D E R   F Ü N F T E   B E A T L E

Gedankensprung. – Der fünfte Beatle, wer war das eigentlich? Stuart Sutcliffe? Pete Best? Billy Preston? Oder vielleicht doch Peter Stormares Dixie aus “The Million Dollar Hotel”? [Habt ihr mal seine Version von "I Am the Walrus" im Bonusteil der DVD gesehen und gehört? Phantastisch!]

Aber egal … doch darüber, wer “Der fünfte Auszer” war, gibt es keinerlei Zweifel: das war Pelikan! Ich bin nämlich ein absoluter Hardcore-Fan gewesen und habe so gut wie keinen Auftritt und – wenn mich meine Erinnerung nicht trügt – auch kaum eine Ausz-Probe verpaßt. [In exakt dem Ausz-Kellerprobenraum der Schule an der Lüderitzallee in Buchholz sollte ich 20 Jahre später mal einen Volkshochschulgitarrenkurs abhalten, habe mich allerdings - wegen der fensterlosen und deshalb doch etwas bedrückenden Atmosphäre - schlichtweg geweigert.]

Musikmachen gehörte für mich bis in die 90er Jahre hinein zum mit wichtigsten Bestandteil meines Lebens, hat seitdem aber stark an Unentbehrlichkeit und Faszination eingebüßt. Ich drücke mich heute viel lieber (und auch besser) mit Worten aus. Musik berührt mich einfach nicht mehr in dem Maße wie früher, so daß ich heutzutage auch kaum noch zu Konzerten gehe. Nach 50 Jahren Musikhörens kenne ich die Rockmusik-Klischees einfach viel zu gut, um von lokalen Bands noch auf für mich interessantes Neuland geführt werden zu können. Mit Ausnahme von New Incident. Und auch Ausz stachen vor 40 Jahren aus dem Duisburger Bandangebot recht deutlich hervor. Am liebsten wäre ich damals natürlich als vollwertiges Mitglied eingestiegen, mußte aber neidvoll anerkennen, daß ich einfach nicht der richtige Mann für die Auszmusik war. Zumal die Band in Peter Dietz schon einen sehr ungewöhnlichen und experimentierfreudigen Gitarristen besaß, der für den spontanen Auszklang viel besser geeignet war als ich eigentlich nur an Rhythm’n'Blues geschulter Rhythmusgitarrist. Und auch als Sänger – was wir im Januar 1974 tatsächlich mal ungefähr 3 Proben lang auszprobiert haben – bin ich andere Arten von Melodien als die Burandt’schen gewohnt und deshalb auch keine qualitätssteigernde Option gewesen.

Martin, Lucky, Kalle, Peter und Pelikan im Mai 1977 (Foto: Schnuff)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und so verlegte ich mich dann auf meine andere Stärke und verfaßte 1978 eine “Geschichte”, in der meine Ausz-Helden eine Art Empfangskomitee für Billy Cobham, Stanley Clarke und Eric Clapton darstellen.

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A   S A T U R D A Y   A F T E R N O O N   I N   E S C H H A U S

Ein Film von A.S.H. Pelikan

Darsteller:
Francis Serafini als Wolfgang Esch
Hellmut Hattler als Kalle Burandt
Dean Martin als Lucky Ruhnau
Eric Clapton als Peter Dietz
Peter Falk als Martin Urrigshardt
Georg Mahr als Eric Clapton
Sammy Davis, Jr. als Billy Cobham
Dick Heckstall-Smith als Dick Heckstall-Smith
James Button als Stanley Clarke
Alan Bourdillion Traherne als H.C. Artmann
Congo Johnson als A.S.H. Pelikan

Kalle, Lucky, Peter und Martin stehen im Eschhaus an der Theke und trinken Tomatensaft. Wolfgang steht hinter der Theke und poliert Gläser. Eric, Billy und Stanley kommen herein.

Eric zu Billy, in ehrfürchtigem Tonfall: Ah, so this is the famous Ash House.
Und an Ausz gewandt: Hey, can anybody tell me what’s happening here on a Saturday night?

Lucky: Oh sure.

Martin: It’s a marvellous place for playing the saxophone.

Stanley: Really?

Lucky: Oh sure.

Einige Statisten laufen durchs Bild.

Billy zu Wolfgang: One table and half a bottle of whisky, please.

Stanley zu Eric: Let’s look for the concert manager.

Kalle zu Wolfgang: Noch vier Tomatensaft.

Wolfgang reicht Billy einen Tisch und eine halbe Flasche Whisky.

Eric zu Peter: Please, can you tell me where I can find the concert manager?

Peter: He’s right around the corner.

Martin: The guy with the saxophone.

Billy, laut: Would anybody like to have a whisky with me?

H.C. und A.S.H. aus dem Hintergrund: Yeah!

Billy: Come on!

Stanley zu Wolfgang: Where are all the girls in this movie?

Dick kommt marvellous saxophonspielend um die Ecke.

Eric, erstaunt ausrufend: Hey Dick, old house, what are you doing here?

Dick, ebenfalls überrascht: Eric, Billy, Stanley, nice to see you.

Billy: Whisky, Dick?

Stanley: Tomato juice, Dick?

Eric: And I’ll say it again. What are you doing here?

Martin zu Dick: Wie spät ist es?

Dick: Oh, hi Martin. Martin, this is Eric. Eric, this is Martin.

Martin: Hi Eric.

Eric: Hi Martin.

Martin: Eric, do you know what time it is?

Eric: Hey Billy, got the time?

Billy: Sorry, but I just lost my watch to H.C. in a poker game.

Eric, laut rufend: H.C., got the time?

H.C., zurückrufend: Wanna buy a watch?

Stanley zu Kalle: And what about you? Are you always so quiet?

Kalle zeigt auf Lucky: That’s Lucky.

Stanley, mißtrauisch: Oh yeah?

Lucky: Oh sure.

Dick zeigt Wolfgang drei erhobene Finger.

Eric zu Dick: What I wanted to know…

Dick: Oh yeah, these guys from Eschhaus wanted me as a concert manager, so here I am. And it’s also a marvellous place for playing the saxophone.

Wolfgang stellt drei Bier auf die Theke.

Dick zu Eric: Beer?

Eric: Yes, thanks. So, Mister Concert Manager, I’d like to know if we can make some music in this place?

Dick, sein zweites Bier austrinkend: Oh, I don’t think that’ll be possible, ’cause the Sheffield Shakers are playing here tonight, Frank Funk and The Disco Devils are playing here tomorrow, a band called Energy is playing here the day after tomorrow, and on Tuesday the house is closed. On Wednesday we start with the Duisburg Dancers, got The Dukes on Thursday, Free Form on Friday, The Masters of Volume on Saturday, The Dietz Duo on Sunday, Glatter Ausz on Monday, and on Tuesday the house is closed. Our programm’s really jam-packed, but what about asking again next month?

Eric überlegt.

Dick trinkt Erics Bier aus und sagt: I’ll be back in a minute, und geht aufs Klo. Als er zurückkommt, ist außer Wolfgang niemand mehr da.

Dick: Where is Eric?

Wolfgang: Going to ask Kalle if he could join the Shakers tonight.

Dick: And where is Kalle?

Wolfgang: Trying to find A.S.H. to ask him.

Dick: And where is Stanley?

Wolfgang: Looking for some girls.

Dick: And where is Billy?

Wolfgang: Trying to find H.C. to win back his watch.

Dick: And where is H.C.?

Wolfgang: Trying to find Martin to sell him a watch.

Dick: And where is Martin?

Wolfgang: Trying to find H.C. to get the time.

Dick überlegt einen Moment, dann: And where are Lucky and Peter?

Wolfgang: I have no idea.

Dick, ungehalten: Okay, if anybody’s asking for me, tell him that I’m right around the corner playing the saxophone.

T H E   E N D

iii
[© A.S.H. Pelikan, "Was Ich Noch Wagen Sollte oder Was Ich Noch Sagen Wollte", OTZ Verlag Duisburg, Oktober 1978]


Gedicht für Tina

Im Juni 2016 habe ich erfahren, daß Tina Hellebrand (geb. Eberlein) vor ein paar Monaten im Alter von 50 Jahren gestorben ist.

Ich hatte Tina 1981 im Eschhaus kennengelernt, als sie einen meiner dortigen Gitarrenkurse besuchte. Diese Kurse sahen damals noch ein wenig anders aus als heute, denn weil mein Lieder-Repertoire in der Eschhauszeit so gut wie keine Cover-Versionen beinhaltete, war mein Unterricht fast ausschließlich auf pelikanesischen Eigenkompositionen aufgebaut. Da die meisten dieser Lieder einen autobiographischen Hintergrund besaßen, redeten wir zwischen den Übungseinheiten auch schon mal über ihre textliche Komponente, was ein viel persönlicheres Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern hat entstehen lassen, als es heutzutage in meinen Volkshochschulkursen der Fall ist. Und so kam es, daß die sehr aufgeweckte 15-jährige Tina (nur entspannt in eine Kamera zu schauen hatte sie damals nicht drauf) und der noch lange nicht erwachsen gewesene 27-jährige Pelikan recht gute Freunde geworden sind, die einander auch außerhalb des Gitarrenkurses häufig getroffen haben.

Eines abends im Eschhaus sagte ich mal zu ihr: “Du, sollen wir nicht in 10 Jahren heiraten?” – “Gute Idee”, antwortete sie, “aber wen?”, und lächelte mich verschmitzt an.
mmDoch es sollten weit weniger als 10 Jahre vergehen, bis Tina ihren Traummann in Person des Duisburger Künstlers Andy Hellebrand fand, und weil sie und ich auch über die Eschhauszeit hinaus miteinander befreundet geblieben sind, ist dann auch Andy einer meiner geschätzten Bekannten geworden.

In den 90er Jahren brauchte ich für eine Konzertaufführung von Bill Ramseys “Canary Blues” in der Säule mal einen piepsenden Kanarienvogel. Da ich einen solchen aber weder besaß noch ihn durch ein (zurecht auch den Tierschutzverein auf den Plan gerufen haben würdendens) brutales Quetschen im Refrain des Liedes zu den benötigten Piepsern “bewegen” wollte, entschied ich mich lieber für Kinderspielzeug. Weil ich selbst aber keine Kinder hatte, mußte ich in meinem Bekanntenkreis auf die Suche gehen, bin dann im Kinderzimmer von Tinas Tochter fündig geworden und habe für meinen Auftritt ein kleines braunes Quietsche-Bärchen geliehen bekommen … dessen gequetschten Einsatz man übrigens auf der CD “A.S.H. Pelikan – Besser als nichts” verfolgen kann.

Einige Monate zuvor: Ich hatte im Steinbruch eine Art Comeback-Konzert, nachdem ich (wegen meiner Midlife-Krise oder so) mehr als anderthalb Jahre lang nicht mehr öffentlich aufgetreten war. Daß es mir damals nicht richtig gut ging, bezeugte auch mein sieben Monate alter Vollbart, hinter dem ich mich (und meine Unsicherheit) in dieser Zeit zu verstecken versucht hatte. “Was hast du denn gemacht?” ist einmal der spontan-entgeisterte Kommentar einer alten Freundin gewesen, die mich ein Jahr oder länger nicht mehr gesehen hatte. ["Nix", hatte ich übrigens geantwortet.]
mmUnd ähnlich muß es auch Tina ergangen sein, als sie meiner vor dem Konzert, das sie mit Andy zusammen besuchte, ansichtig wurde, denn sie schaute sich meinen Rauschebart ein paar Sekunden lang prüfend an, schüttelte dann langsam den Kopf und sagte in ernsthaftem Ton: “Versprich mir, daß du den wieder abrasierst.” – “Okay, mach ich”, erwiderte ich leichthin … und freute mich schon auf ihr Gesicht in einer guten Stunde. Seit Wochen hatte ich nämlich vorgehabt, mir den Bart in der Pause dieses Konzertes komplett abzunehmen, was ich mit Hilfe eines Freundes und seiner Haarschneidemaschine dann auch ungesehen in einem Hinterzimmer in die Tat umsetzte. Und so ging ich zum 2. Teil des Programms leicht verändert wieder auf die Bühne und tat so, als wenn überhaupt nichts passiert wäre. Tina war begeistert.

Zu Ende des Jahrhunderts bezogen die Hellebrands schließlich ihr neues Domizil mit Raum für eine Kunstgallerie am Philosophenweg, wo ich auch einige Male gewesen bin; zuletzt vor 5 Jahren, als ich Tina eine meiner CDs vorbeibrachte, weil sich darauf auch 10 Lieder befanden, die von meinem Eschhaus-Konzert im Oktober 1980 stammten, bei dem sie mich wahrscheinlich zum ersten Mal live gesehen hatte (was vielleicht auch den Anstoß dazu gab, im neuen Jahr in meinen Gitarrenkurs zu gehen) und das sie immer den “20-Pfennig-Auftritt” nannte. Ich hatte nämlich pro Person nur 20 Pfennig Eintritt genommen, um dem weltweiten Alles-wird-teurer-Trend mal energisch entgegenzuwirken – was den Trend letztendlich aber nicht die Bohne gekümmert hat.

Und was fällt mir sonst noch ein? Ach ja: Im Mai des Jahres 2000 kam mir mal die verrückte Idee, zum nächstwöchigen Geburtstag meiner damaligen (und auch wieder heutigen) Lieblingsfrau ein ca. 2 x 2 Meter großes Labyrinth-Puzzle zu basteln. Nur hatte ich leider überhaupt nicht den benötigten Platz dafür, und wenn das Geschenk also realisiert und auch pünktlich fertig werden sollte, brauchte ich dringend einen Ort mit deutlich größerer Grundfläche als der meines Zimmers, der auch nicht mit allzu vielen Möbeln vollgestellt sein durfte und den ich für mindestens einen Tag (am Ende benötigte ich derer zwei) mit Beschlag belegen müßte. Und geholfen haben mir in der Situation dann Tina und Andy, die mir ohne eine Sekunde zu zögern ihren (damals noch nicht eröffneten) Atelier & Galerie-Raum dafür zur Verfügung stellten.
mmUnd spätestens an dieser Stelle wird mir wieder mal klar, wie arm wir doch ohne solche Freunde wären, die einem auch dann noch zugeneigt sind, wenn man nicht ständig miteinander zu tun hat.

In meinem 1981er Tagebuch (das Jahr, in dem ich sie kennenlernte) wird Tina in mehr als 2 Dutzend Einträgen erwähnt. Hier ist einer davon.
Freitag, 17. Juli 1981:
mm“Heute morgen eine Lesung in Rheinhausen gehabt. Danach habe ich mich in Duisburg absetzen lassen und prompt die Tina getroffen. Wir waren Eis essen, Bücher gucken, ein Hemd abholen und Schuhe kaufen. War toll, hat viel Spaß gemacht. Und morgen gehe ich mit ihr auf eine Party.”

Und noch zwei Sätze aus einem Brief an Tina aus dem darauffolgenden Jahr:
mmErster Satz: “Tina Darling, ich habe von dir geträumt heute nacht, und zwar, daß ich dich kennenlernen würde. Du warst genau so, wie du bist, nur kannte ich dich halt noch nicht.”
mmLetzter Satz: “…ich kann Menschen im Augenblick einfach nicht besonders gut ertragen. Doch du bist eine Ausnahme, mit dir treffe ich mich sogar noch nachts im Traum.”

Ich habe in jenen Tagen auch mal ein Lied für Tina komponiert, das leider aber nicht zu meinen guten zählte, so daß ich es insgesamt auch nur zweimal live gespielt habe. An die Musik kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern, während mir vom Text immerhin noch die letzten beiden Refrainzeilen im Gedächtnis geblieben sind: “… and here comes Tina, dancing right into my heart.” – Und dort wird sie auch auf ewig ihren Platz behalten.

Und nachfolgendes Gedicht habe ich am 1. August 1981 um 4 Uhr nachts für sie geschrieben:

sei lieb
und lächele
wie gestern nachmittag
und werd schnell
10 jahre älter
oder 5
aber bleib nicht
so lange 15
lächelnd
wie gestern nachmittag


Galaktische Giganten

Beim “Lucky Day” im Grammatikoff

Samstag, 27. Februar 2016
Duisburg, Dellplatz 16 a
Einlaß 18:30 Uhr
Konzertbeginn 19:00 Uhr
Eintritt 13 €
Im Vorverkauf weniger

sind ja mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Bandbesetzungen (alle mit Lucky Ruhnau am Schlagzeug) zu erwarten, und zu einer dieser Bands, den “Galaktischen Giganten”, möchte ich jetzt mal ein paar Worte verlieren.

Im Jahr 1990 gab es in Duisburg einen neueröffneten Laden mit Namen “Steinbruch”, der heute eine der beliebtesten Szenekneipen der Stadt darstellt. Vor 26 Jahren ist diese Entwicklung allerdings überhaupt noch nicht abzusehen gewesen, weil der Laden nämlich alles andere als gut anlief. Das sah auch einer der Besucher (unser Lucky) so, der den Pächter kannte und diesem einfach mal vorschlug, dort mit einer Band zu spielen, um den Bekanntheitsgrad der Kneipe auf diesem Wege ein wenig anzuheben zu versuchen. Lucky hatte damals zwar überhaupt keine Band am Start, doch konnte er so vielleicht mal eine Idee umsetzen, deren Grundstein drei Jahre zuvor im heute schon lange nicht mehr existierenden “Hollywood”-Kino im Averdunkzentrum gelegt worden war. Zur Feier des 3. Kinogeburtstages hatte es dort neben anderen Programmpunkten nämlich auch einen 2-Song-Miniauftritt von Lucky, mir und dem Baßisten Dirk “Blumi” Blumhoff (einem Vertreter der jüngeren Musikergeneration, mit dem Lucky und ich an diesem Abend zum ersten Mal zusammengespielt haben) gegeben.

Und drei Jahre später machte Lucky sich dann daran, für einen einmaligen Auftritt einige seiner langjährigen Weggefährten wie die in den frühen 50er Jahren geborenen “alten Säcke” Pelikan (Gitarre, Gesang), Willi Kissmer (Gitarre), Georg Mahr (Keyboards) und Greg Henley (Gitarre, Gesang) mit den in den frühen 60er Jahren geborenen “jungen Säcken” Blumi (Baß) und Holger Karen (Gitarre) zusammenzubringen. Der Auftritt fand unter dem Namen Galaktische Giganten am 20. Mai 1990 im Steinbruch statt, und daß dabei neben je 1 Baßisten, Schlagzeuger und Keyboarder auch noch 2 Sänger und 4 Gitarristen gemeinsam auf der Bühne standen, war Lucky egal. Er hatte sich bei der Gitarristenfrage einfach nicht entscheiden können und deshalb eben alle eingeladen. [Eine Parallele zum anstehenden Lucky Day ist da durchaus erkennbar, oder?]

Um ehrlich zu sein, sah die Gitarristenwahrheit aber doch etwas anders aus: Lucky wollte ja die ältere mit der jüngeren Generation zusammenbringen, weshalb Willi und Holger schon mal gesetzt waren. Einen Sänger brauchte er allerdings auch noch, und so kam Peli hinzu, der aber auch Gitarre spielte. Und weil ich als einziger Sänger nicht die komplette Songauswahl allein bestimmen und bestreiten wollte, forderte ich noch einen zweiten Vokalisten an, woraufhin Lucky den Greg engagierte, der jedoch ebenfalls Gitarrist war, und so fand dieser Session-Gig, für den es übrigens keine Probe gegeben hat, dann halt mit insgesamt vier Gitarristen statt. War ja für einen guten Zweck, und da waren ein paar mögliche Töne zuviel an einigen Stellen auch nicht wirklich tragisch.

Von dieser ersten Besetzung vor einem guten Vierteljahrhundert ist beim Lucky-Day-Giganten-Auftritt lediglich der Keyboarder (der dafür aber mit einer anderen Band zu hören sein wird) nicht dabei, sowie ein anderer Kollege, den wir leider an den Alkohol verloren haben.

13 Monate nach ihrem Debut wurden die Galaktischen Giganten dann nochmal für einen weiteren ungeprobten Session-Auftritt zusammengetrommelt, und weil offenbar alle Beteiligten ziemlich viel Spaß daran hatten, machte man einfach weiter, und so war auf einmal eine feste Band daraus geworden. Nur Lucky schlug gewohnt-unbekümmert immer wieder mal etwas über die Stränge, indem er hie und da auch noch weitere Lieblingsmusiker zu Gigs einlud, so daß bei unserem 5. Auftritt im September 1991 tatsächlich ein Nonett auf der Bühne stand, featuring die beiden neuen “jungen Säcke” Stefan Werner (Gesang) und Ernie Galla (Gitarre und Gesang), die ebenfalls beim Lucky Day zu hören sein werden.

Ich selbst habe die Giganten 1993 verlassen, weil mir das auch nach 3 Jahren und 21 Gigs immer noch gültige Bandmotto “Auf keinen Fall proben” einfach nicht mehr zusagte und ich außerdem der Meinung war, daß die Gruppe eigentlich doch zuviele Gitarristen hätte, so daß mein Abgang einer kleinen Schlankheitskur gleichkäme, die der Band bestimmt nicht schaden würde.

Aber zurück ins Jahr 2016: Eine Woche vor dem Lucky Day haben sich die Galaktischen Giganten tatsächlich mal zu einer Probe (sic!) getroffen, wofür ein Gründungsmitglied sogar extra aus Frankfurt angereist ist, was ich ziemlich toll finde angesichts der Tatsache, daß eine andere Lucky-Day-Bandprobe offenbar schon an der Entfernung Krefeld/Duisburg gescheitert ist … aber das ist eine andere Geschichte.

Doch wie auch immer: Lucky ruft, und alle kommen. Ganz wie vor 25 Jahren. Nur sind ihm diesmal 1 Baßist, 1 Keyboarder, 2 Sänger und 4 Gitarristen einfach nicht genug gewesen, so daß noch ein weiteres halbes Dutzend Besetzungen mit noch einer zusätzlichen kleinen Großhorde an Sängern und Instrumentalisten aufgenommen werden mußte. Und wer die richtige Anzahl von Luckys Mitstreitern am 27. Februar 2016 im Grammatikoff im Vorhinein korrekt angegeben haben wird, kann leider mit keinerlei Preisen rechnen, wird dafür aber definitiv Recht gehabt haben. Also wählt eine Zahl aus und kommt vorbei und zählt mit. Viel Spaß dabei.

Nachtrag: die Gewinnerzahl ist (ohne Lucky) die 35 gewesen!


Am Beispiel meiner Familie: Von Flüchtlingen und Zuwanderern

Mein Vater und meine Mutter in ihren frühen 20ern

Mein Vater ist 1921 in Duisburg geboren worden, meine Mutter 1922 in Wattenscheid (das heute zu Bochum gehört). Ich selbst habe – mit nur wenigen Ausnahmen, die aber nie länger als ein paar Monate gedauert haben – mein ganzes Leben in Duisburg verbracht, und weil das Interesse an Wo kommen meine Vorfahren eigentlich her? bei mir erst sehr spät geweckt worden ist, habe ich mich vier Jahrzehnte lang als reinrassigen Ruhrgebietler gefühlt, der mit Flüchtlingen und Zuwanderern oder so nicht das Geringste zu tun hatte. Schließlich waren meine Eltern ja beide aus dem Kohlenpott.

Wenn ich aber nur eine Generation weiter zurückgeblickt hätte, wäre mir der Migrationshintergrund meiner Familie sogleich klargeworden, denn:
- Mein Großvater Wilhelm Pelikan wurde in Perbanden geboren.
- Seine Frau Hedwig kam in Hanswalde zur Welt.
- Meine andere Großmutter, die auf den hübschen Vornamen Adina und den schwer über die Zunge gehenden Nachnamen Sbrzesny hörte, hat das Licht der Welt in Canditten erblickt.
- Und lediglich mein Großvater Ernst Szablinsky, dessen Vater aus Kurziontken stammt, ist schon im heutigen Deutschland (in Wattenscheid) geboren worden.

Die Namen Perbanden, Hanswalde, Canditten und Kurziontken sind aber auf keiner aktuellen Landkarte mehr zu finden, weil diese Ortschaften inzwischen Przebędowo, Jachowo, Kandyty und Kurczątki heißen und in Polen liegen.

Mein Großvater Wilhelm Pelikan (rechts) mit einem Feuerwehrkollegen in den 1920er Jahren

Wilhelm Pelikan, 1879 in Perbanden im Kreis Heiligenbeil in Ostpreußen geboren, ist gelernter Schneider gewesen. Von 1901 bis 1903 leistete er seinen Militärdienst in Lothringen ab und ging anschließend nach Wattenscheid, wo er eine Zeitlang als Geselle bei einem Schneidermeister, der ebenfalls aus Heiligenbeil stammte und außerdem noch ein Urgroßonkel mütterlicherseits von mir war, arbeitete. Im Alter von 25 Jahren ging Wilhelm dann nach Duisburg, wo er im April 1905 der erst im Vorjahr gegründeten Berufsfeuerwehr auf der Friedenstraße in Hochfeld (wo heute das Kulturzentrum “Alte Feuerwache” untergebracht ist) beitrat. Die Berufsfeuerwehr nahm damals nur Männer auf, die ein Handwerk (Schneider, Schuster, Zimmermann, Schreiner, Schlosser und Ähnliches) gelernt hatten, das auch der neuen Arbeitsstelle zugute kommen konnte; und im Fall meines Opas, des Schneiders, wird man sich deshalb leicht denken können, daß er eine Menge Zeit mit Nähen und Ausbessern von Uniformen und so zugebracht hat. Aber auch Hufschmiede dürften vor rund 100 Jahren in diesem Berufszweig gute Chancen gehabt haben, da dem Dienstplan der Duisburger Berufsfeuerwehr von 1919 nämlich zu entnehmen ist, daß neben den normalen Beschäftigungen (wie handwerkliches Arbeiten, Putz- und Reinigungstätigkeiten, Unterweisungen, Exerzieren und Turnen) auch Stalldienst zu verrichten war:
6:30 Pferde füttern und tränken.
7:30 Stall reinigen, Geschirr reinigen, Pferde putzen.
11:00 erneut Pferde füttern und tränken.
Mittags folgten dann Wachwechsel und Probealarm, und für die Männer der nächsten Schicht hieß es ebenfalls wieder Pferde füttern, tränken, putzen sowie Stall und Geschirr reinigen bis zum nächsten Probealarm um 8 Uhr abends. Und der letzte Tagesordnungspunkt lautete Licht aus! und war für 10:30 anberaumt.

Im Hof des Wanheimerorter Hauses: Halbtante Frieda, Großonkel Otto, Oma Hedwig, Opa Wilhelm, und der Junge vorne ist mein Vater Fritz, 1933

Wilhelm heiratete um 1910 herum eine aus Canditten in Ostpreußen stammende Frau (die interessanterweise die beste Freundin meiner Urgroßmutter mütterlicherseits war [so daß dies schon der zweite Hinweis darauf ist, daß sich der mütterliche und väterliche Zweig meiner Familie gekannt haben, lange bevor sie in der Eheschließung meiner Eltern 1952 zusammenliefen. Hinweis #1 war der Schneidermeister in Wattenscheid und sein Geselle.]) und bekam mit ihr vier Kinder, die bis auf eines alle kurz nach der Geburt starben. Und um die Tragödie perfekt zu machen, überlebte auch die Kindsmutter die letzte Geburt nicht, so daß Wilhelm im Mai 1918 (mit gerade mal 38 Jahren) bereits Witwer geworden war und nun alleine für seine 6jährige Tochter Frieda sorgen mußte. Um dem Abhilfe zu schaffen, hat er sich zwei Jahre später dann noch eine neue Ehefrau zugelegt, die er allerdings nicht im Ruhrgebiet fand, sondern in seiner alten Heimat, zu der er nach wie vor engen Kontakt hatte, weil ja seine Eltern und sämtliche fünf Geschwister immer noch dort lebten. Die Hochzeit zwischen meinem Großvater Wilhelm und meiner Großmutter Hedwig wurde im Oktober 1920 in Deutsch Thierau in Ostpreußen abgehalten, und 9 Monate und 1 Woche später kam mein Vater Fritz zur Welt. Und 1929 baute mein Opa (der bis dahin in Hochfeld auf der Friedenstraße, der Siechenhausstraße und der Reichsstraße – heute Rheinhauser Straße – gewohnt hatte) sich ein Haus in Duisburg Wanheimerort, in dem auch ich später lange gelebt habe und das inzwischen meine Schwester übernommen hat. Kennengelernt habe ich diesen Großvater allerdings nicht, weil er schon 1935 gestorben ist.

Etwas mehr als ein Jahrzehnt vor Wilhelm war auch ein anderer junger Mann in seinen frühen 20ern aufgebrochen, um fast 1000 Kilometer von der Heimat entfernt sein Glück zu suchen. Der hohe Bedarf an Arbeitskräften hatte im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts dazu geführt, daß mehr als 150 000 Zuwanderer (vor allem aus den preußischen Ostprovinzen und aus Österreich) ins Ruhrgebiet gezogen waren, zu denen auch Carl Szablinsky, mein ostpreußischer Urgroßvater mütterlicherseits, gehörte. Er fand einen Job als Bergmann in der Zeche Holland in Wattenscheid, heiratete im März 1892 die ebenfalls aus Ostpreußen stammende Emma Brandt und wurde nach Ablauf von 10 Monaten [die hatten's damals offenbar ziemlich eilig mit dem Kinderkriegen] Vater eines Jungen namens Ernst, der 6 Jahrzehnte später mein anderer Großvater werden sollte.

Ernst Szablinskys Arbeitsleben begann 1907 im Alter von 14 Jahren in einem Wattenscheider Stuckgeschäft, wo er als Schleifer anfing und als Stuckateur endete. Mit 19 Jahren ging er aber, seinem Vater folgend, ebenfalls in den Bergbau, wo er zunächst als Schlepper schuftete, was ca. 100 Kilogramm schwere Tröge durch die Grubengänge zu ziehen bedeutete. Im 1. Weltkrieg, den er sowohl an der Ost- als auch an der Westfront miterlebte, erlitt er 1917 in der Frühlingsschlacht von Arras einen Oberkörperdurchschuß und wurde nach seiner Genesung zum Arbeitsdienst in die Wattenscheider Zeche Centrum versetzt. Zu Beginn der 20er Jahre wechselte er dann zur Zeche Holland, wo er – mit Ausnahme eines gescheiterten Versuchs, sich als Polier selbständig zu machen – bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1958 als Maurer tätig war.

Meine Urgroßmutter Wilhelmine Sbrzesny mit ihren Kindern Paul und Adina, 1909

Ernsts Frau, meine Großmutter Adina, kam 1896 im ostpreußischen Canditten, Kreis Preußisch Eylau, zur Welt, wo ihr Vater Leopold Sbrzesny (ein weiterer Schneider / die Mehrzahl meiner Ahnen sind allerdings Bauern gewesen) 5 Jahre später (1901) bereits an Tuberkulose verstarb. Zwei Jahre danach folgte Leopolds noch keine 30 Jahre alte Witwe Wilhelmine mit Paul (8 Jahre) und Adina (7 Jahre) ihrer Schwester Johanna und deren Mann August [der sowohl Leopolds Bruder als auch der schon oben erwähnte Schneidermeister war, bei dem mein Opa Wilhelm zeitgleich eine Anstellung fand] ins “Gelobte Land” nach Wattenscheid, wo sie sich in den kommenden Jahrzehnten mehr schlecht als recht mit vor allem Wäschebügeln über Wasser hielt.

Wann Ernst Szablinsky und Adina Sbrzesny einander kennenlernten, weiß ich nicht, doch bevor sie im Januar 1921 heirateten und im Jahr darauf ein Töchterchen namens Ruth (meine Mutter) bekamen, war noch etwas ganz Besonderes geschehen. Ernsts Vater Carl, dessen Frau Emma und ihren drei Kindern war im Juni 1919 nämlich offiziell erlaubt worden, ihren bisherigen Familiennamen abzulegen und sich künftig Schwertmann zu nennen. Und weil Szabla im Polnischen Säbel bedeutet, ist die Wahl des neuen Namens auch nachvollziehbar [obwohl ich persönlich ein weniger kriegerisch klingendes Säbeler oder so gewählt haben würde - oder war der Name von den Behörden ausgesucht worden?]. Die genauen Beweggründe für diesen schon sehr bedeutenden Schritt sind allerdings nicht überliefert, so daß es reine Spekulation ist, wenn ich vermute, daß es für Carl Szablinsky auch nach 25 Jahren in der neuen Heimat noch immer von Nachteil gewesen sein dürfte, an seinem Namen sogleich als möglicher Zuwanderer erkannt werden zu können … und von dem ein knappes Jahrhundert später guten Klang von Nachnamen wie Schimanski, Podolski oder Lewandowski konnte er damals natürlich noch nichts ahnen.

Die Vorfahren meiner Eltern sind also sämtlich Zuwanderer aus Ostpreußen gewesen, doch hat es in meiner Familie auch echte Flüchtlingsdramen gegeben.

Meine Großmutter Hedwig Pelikan (geborene Groß) aus Hanswalde im Kreis Heiligenbeil in Ostpreußen hatte zwei Brüder, Otto (*1888) und Ernst (*1891), die beide den Beruf des Stellmachers erlernt hatten. [Ein Stellmacher fertigte Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz an.] Und weil der elterliche Hof traditionsgemäß dem ältesten Sohn übergeben wurde, zog Ernst in den 1910er Jahren fort, fand Arbeit in der “Sächsischen Waggonfabrik” in Werdau in Sachsen und gründete dort im Jahr 1919 eine eigene Familie. Sein älterer Bruder Otto blieb dagegen in der Heimat, richtete sich im elterlichen Haus eine eigene Werkstatt ein und machte sich als Stellmacher in Hanswalde selbständig. Zu dem Großschen Besitz gehörten neben dem Wohnhaus auch noch 1,5 Morgen Land, auf dem zwar auch einiges angebaut wurde, was den Nahrungsmittelbedarf aber längst nicht decken konnte, so daß Otto sich für seine Arbeit als Stellmacher auch in Naturalien (Fleisch und Getreide usw.) entlohnen ließ.

Mein Großonkel Otto am Grab seiner Eltern in Hanswalde, vermutlich 1931

Die Eltern starben Anfang 1931 im Abstand von nur vier Wochen, und acht Jahre lang lebte Otto dann ganz allein, bevor er mit 50 Jahren noch heiratete und fortan glücklich und zufrieden mit seiner Frau Franziska im Haus seiner Vorfahren lebte … bis im sechsten Kriegsjahr die russische Armee in den Kreis Heiligenbeil einmarschierte und das Ehepaar Groß im Februar 1945 – wie Hunderttausende andere auch – Hab und Gut zurücklassen mußte, um bei der Flucht über das zugefrorene Frische Haff (da der Landweg bereits abgeschnitten war) ihr Leben zu retten. Wer es dagegen vorzog, zu bleiben, lief Gefahr, einfach zu verhungern (wie eine meiner Urgroßtanten), oder von plündernden Soldaten erschossen (wie deren Tochter) oder nach Sibirien verfrachtet zu werden. [Trotz aller von den russischen Soldaten verübten Grausamkeiten darf man aber nicht vergessen, daß dies ja "lediglich" Reaktionen auf die von Hitler initiierten deutschen An- und Übergriffe waren.]

Otto und Franziska gelang zwar die Flucht, doch hatten sie kein Glück im Unglück. Sie wurden in dem Städtchen Waren an der Müritz in Mecklenburg aufgenommen, wo Ende 1945 mehr als 6000 Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten untergebracht waren. Daß die Lebensbedingungen dort – weil die einheimische Bevölkerung ja selbst kaum genug zu essen hatte – nicht gerade zum besten standen, läßt sich denken, doch wurde es noch wesentlich schlimmer, als eine Typhusepidemie ausbrach, der (neben mehr als 1500 weiteren Menschen) im März 1946 auch Franziska Groß zum Opfer fiel.

4 Generationen: Der Autor dieses Beitrags mit Mutter Ruth, Großmutter Adina und Urgroßmutter Wilhelmine, Juni 1954

Der unglückliche Witwer, der im Verlauf von kaum mehr als einem Jahr Ehefrau, Haus, Hof und Heimat verloren hatte, kam schließlich bei seinem Bruder Ernst in Werdau unter, wo er ebenfalls in der Waggonfabrik als Stellmacher Arbeit fand und bis zu seiner Pensionierung tätig blieb. Als frischgebackener Rentner besuchte er im Juni 1954 dann seine Schwester Hedwig Pelikan in Westdeutschland, um auch seinen 7 Monate alten Großneffen (mich!) einmal zu sehen, und während dieses Aufenthaltes erkrankte er so schwer, daß er bei Ablauf seiner Aufenthaltsgenehmigung nicht mehr zurückzureisen imstande war. Er stellte daraufhin den Antrag, zwecks erweiterter Familienzusammenführung in Duisburg bleiben zu dürfen, was ihm im November ’54 auch gewährt wurde. Und so lebte mein Großonkel Otto dann von 1954 bis ’71 mit uns [= meiner Großmutter (die 1960 starb), meinen Eltern, meiner 1955 geborenen Schwester Inge und mir - und bis 1956 auch noch mit einem fremden Ehepaar, das nach dem Krieg die ganze 1. Etage unseres Einfamilienhauses zugewiesen bekommen hatte und jahrelang keine Anstalten machte, sich eine andere Wohnung zu suchen, um den Eigentümern ihren dringend benötigten Wohnraum zurückzugeben: 1955/56 lebte dieses den Hausfrieden ungeheuer störende Ehepaar auf ungefähr 35 m², während die inzwischen 6köpfige Familie Pelikan mit den übrigen ca. 45 m² auskommen mußte] unter einem Dach in dem Häuschen, das mein Opa Wilhelm zu Ende der 1920er Jahre gebaut hatte. 1971 wurde Otto nach einem Waldspaziergang beim gedankenverlorenen Überqueren einer Straße von einem Auto erfaßt und brachte noch 4 Jahre in einem Pflegeheim in Mülheim an der Ruhr zu, wo er schließlich im Alter von fast 87 Jahren starb. Und noch Jahre später fanden wir – was in Ostpreußen vielleicht so üblich war, wenn man etwas zu entsorgen hatte (?) – beim Umgraben im Garten (welcher Großonkel Otto zur Bewirtschaftung und Pflege überlassen worden war) kleine Andenken an ihn, wie einen Haufen Ziegelsteine zum Beispiel, und einmal sogar eine ganze Zinkwanne.

Ottos Schwager - mein Feuerwehrmann-Opa – hatte fünf Geschwister, von denen vor allem Gustav, der Älteste, mit zwölf Kindern (die zwischen 1901 und 1924 zur Welt kamen) für Nachwuchs gesorgt hat. Von Gustavs vier Söhnen fielen zwei im 2. Weltkrieg, und von seinen acht Töchtern kam die jüngste auf der Flucht übers Frische Haff ums Leben, während eine andere dabei ein Bein verlor. Man muß sich das nämlich so vorstellen, daß man nicht einfach nur aufs Eis zu gehen und zu hoffen brauchte, daß es hält (was bei den meist schwer beladenen Wagen auch häufiger nicht der Fall war), sondern daß der Flüchtlingsstrom auch immer wieder von Tieffliegern beschossen wurde. Von den überlebenden Kindern meines Großonkels Gustav Pelikan haben sich gleich mehrere in Duisburg und Umgebung niedergelassen, so daß es mir in den 90er Jahren (als ich anfing, mich für Ahnenforschung zu interessieren) noch möglich war, zwei davon persönlich zu befragen. Zum einen die damals schon 80jährige Anna aus Duisburg Neudorf, sowie ihre Schwester Gertrud, die auch mit Mitte 70 noch – trotz ihres künstlichen Beins – sehr agil unterwegs war.

Großtante Auguste Pelikan, Großvater Ernst Schwertmann, sowie der anscheinend nicht besonders gutgelaunte Erzähler, Mai 1969

Deutlich mehr hatte ich aber mit deren beider Tante, der jüngsten Schwester meines Großvaters Wilhelm, zu tun gehabt. Auguste Pelikan wurde 1891 in Stolzenberg (Kreis Heiligenbeil) geboren, wo sich ihr Vater (und mein Urgroßvater) Gottlieb Pelikan in den 1880er Jahren einen Bauernhof gekauft hatte, der etwa 3 km von Gut Pellen entfernt lag, wo er als Arbeiter unter anderem auch in der dortigen Schnapsbrennerei angestellt war. Sie ist – nachdem ihr Verlobter im ersten Weltkrieg gefallen war – unverheiratet geblieben und hat den elterlichen Hof schließlich bis 1945 alleine bewirtschaftet. Der Besitz bestand aus einem Bauernhaus mit drei Räumen nebst Stallungen und Scheune (alles unter einem Dach) plus 2 ha Land (was einer Fläche von etwas mehr als zwei Fußballfeldern entspricht), das folgendermaßen genutzt wurde:
1 ha Äcker (Roggen, Hafer, Kartoffeln und Klee)
½ ha Wiese
¼ ha Weide
¼ ha Obst- und Gemüsegarten.
Und davon konnte meine Großtante Auguste (zumal sie auch noch 1 Rind, 4 Schweine und 17 Hühner besaß) leben und mußte zur Erntezeit sogar Tagelöhner einstellen.

Am 7. Februar 1945 kam aber auch für sie das Aus, als sie ebenfalls alles zurücklassen und sich auf die Flucht übers Eis begeben mußte.

Großtante Auguste war Mitte 50, als sie ihre Existenzgrundlage verlor und – in Duisburg eingetroffen – nochmal neu anfangen mußte. Daß der Wert ihres ostpreußischen Haus- und Grundbesitzes auf stattliche 15 000 Reichsmark geschätzt wurde, ist ihr leider von keinerlei Nutzen gewesen, und so hat sie nach dem Krieg noch einige Jahre lang als Küchenhilfe im Duisburger Bethesda-Krankenhaus gearbeitet, bevor sie aus Altersgründen ausscheiden und von Sozialhilfe leben mußte. Von 1953 an hat sie ihre letzten drei Lebensjahrzehnte in einem einzigen Zimmer ohne Küche und ohne Bad – mit Wasserhahn im Hausflur und dem Klo eine halbe Treppe tiefer – auf der Paulusstraße in Hochfeld verbracht. Ich habe Fräulein Pelikan (wie sie genannt werden wollte) häufig als eine einer anderen Zeit entsprungene Person empfunden, die sich trotz ihrer ärmlichen Lebensumstände (sie hatte auch nie ein Telefon oder einen Fernseher oder so) aber niemals beklagt hat. Und sie ließ es sich auch nicht nehmen, jedes Jahr Heiligabend (weil keine Straßenbahnen mehr fuhren und sie ohnehin lieber zu Fuß ging) von Hochfeld nach Wanheimerort zu laufen, um an der Weihnachtsfeier im Haus meiner Eltern teilzunehmen. Auch den späteren Rückweg erledigte sie zu Fuß, und erst mit über 80 (sie ist 92 Jahre alt geworden) gestattete sie es ihrem Neffen (meinem Vater), sie wenigstens mit dem Auto nach Hause zurückzubringen.

Postkarte von 1935: Hanswalde, der Geburtsort von [väterlicherseits:] Großmutter Hedwig Groß, Großonkel Otto Groß, Urgroßvater August Groß, Urgroßmutter Amalie Hahnke, Ururgroßvater Gottlieb Groß, Ururgroßvater Gottlieb Hahnke, [sowie mütterlicherseits:] Urgroßmutter Wilhelmine Gerlach und Ururgroßvater August Gerlach

Ich selbst habe die pelikanesischen Weihnachtsfeierlichkeiten im Vorfeld nicht besonders gemocht, weil ich auf dem Klavier immer die Liederbegleitung für den Abend einüben mußte, doch sind mir viele starke Heiligabendbilder in Erinnerung geblieben. Ich wußte zwar nur sehr wenig über Onkel Otto und Tante Auguste (wie ich Großonkel und Großtante zu nennen pflegte), doch wenn sie am 24. Dezember bei uns nach dem Vortragen der biblischen Weihnachtsgeschichte und dem gemeinsamen Singen von Liedern und dem Aufsagen von Gedichten und dem Überreichen und Auspacken der Geschenke in dem nach Tannennadeln und Räucherkerzen duftenden Zimmer mit dem liebevoll geschmückten Weihnachtsbaum etwas geistesabwesend aber dennoch sehr würdevoll dasaßen, kamen sie mir manchmal schon recht einsam vor. Und heute bin ich sicher, daß sie in solchen Momenten auch ihrer alten Heimat gedachten und sich an ihre früheren Leben erinnerten, bevor der zweite große Krieg, den sie miterleben mußten, sie zu Vertriebenen und Heimatlosen gemacht hatte. – So, wie es auch 70 Jahre später leider immer noch unzählige Männer, Frauen und Kinder auf dieser Welt erdulden müssen.

Ich wünsche all diesen Menschen eine friedliche Weihnachtszeit, egal, welche Sprache sie sprechen, in welchem Land sie sich aufhalten oder welcher Religion sie sich nahe fühlen.

Duisburg, 4. Advent 2015


Mensch und Universum

Bob Dylan und Albert Einstein hatten recht.

Der eine mit der Aussage the times they are a-changing, und der andere mit der Feststellung, daß alles relativ sei.

Das Universum ist alt. Ewa 13,82 Milliarden Jahre alt.

Der moderne Mensch (Homo sapiens) ist jung. Im Verhältnis zum Universum gesehen. Erst knappe 200 000 Jahre alt (oder jung).

Es fällt mir allerdings sehr schwer, mir diese Zeitspanne auch begrifflich vorzustellen. Ganz zu schweigen von 13,82 Milliarden Jahren. 2000 Jahre bekomme ich irgendwie noch hin. 4600 (vor ungefähr dieser Zeit hat der Bau der Pyramiden von Gizeh begonnen) zur Not auch noch. Aber darüber hinaus hört’s bei mir echt auf.

Und so habe ich einen kleinen Plan erstellt, um den Menschen in Relation zum Universum ein wenig besser einordnen zu können. Stellt euch vor, das Universum wäre bis heute genau ein Universumsjahr mit 365 Universumstagen alt. Dann wäre es am 1. Januar um null Uhr null gestartet, und zwar – wie wir wissen – mit einem recht beachtlichen Neujahrsfeuerwerk.

Und wie es danach weiterging, könnt ihr hier ersehen.